Ratgeber
WG-Kosten fair aufteilen, von der Miete bis zum Spülmittel
Die Miete ist der einfache Teil: ein Betrag, einmal im Monat. Streit gibt es um den Rest, etwa wer zuletzt eingekauft hat und wer das größere Zimmer hat. Legt die Regel vor der ersten Rechnung fest, tragt alles am selben Tag ein und rechnet einmal im Monat ab.
Eine WG hält beim Thema Geld länger, wenn die Regel vor der ersten Rechnung steht. In den meisten WGs geht der Streit nicht darum, welche Aufteilung theoretisch die fairste ist. Es hat nur nie jemand eine festgelegt, und jeder hat eine andere Liste im Kopf.
Erst die Regel, dann die Zahlen
- Alles gleich. Einfach und richtig, wenn Zimmer und Verbrauch ähnlich sind.
- Miete nach Zimmer. Wer das größere Zimmer oder den Balkon hat, zahlt mehr Miete. Strom, Internet und Einkäufe bleiben gleich verteilt.
- Nach Nutzung. Für alles, was nur einige nutzen, etwa den Stellplatz oder ein Abo. Das teilen nur die, die es nutzen.
Miete nach Zimmergröße aufteilen
„Das große Zimmer zahlt mehr“ ist schnell gesagt und schwer zu beziffern. Am einfachsten geht es mit dem Zollstock. Messt die Zimmer aus und teilt die Miete nach dem Anteil jedes Zimmers an der gesamten Zimmerfläche. Küche, Bad und Flur zählen nicht, weil alle sie gleich nutzen.
Bei 1.200 € Warmmiete und Zimmern mit 20 m², 15 m² und 15 m² sind das 50 m² Zimmerfläche. Das ergibt 40 %, 30 % und 30 %, also 480 €, 360 € und 360 €. Zusammen genau 1.200 €.
Unterscheiden sich die Zimmer nicht nur in der Größe, etwa durch einen Balkon oder Straßenlärm, setzt für jedes Zimmer einen Wert an, als würdet ihr es einzeln inserieren, und wendet das Verhältnis auf die echte Miete an. Schreibt die Prozente dann dorthin, wo alle sie sehen, damit das Thema nicht jeden Monat neu aufkommt. Werte könnt ihr im Mietrechner ausprobieren.
Nicht nur den Betrag klären, auch die Liste
Schreibt auf, was gemeinsam ist: Miete, Strom, Internet, Rundfunkbeitrag, Putzmittel. Und was nicht: persönliche Abos, Essen nur für eine Person, das Abendessen für den Besuch.
Am meisten reiben die kleinen Einkäufe: Spülmittel, Klopapier, Müllbeutel. Einzeln billig, zusammen spürbar und fast immer von derselben Person gekauft. Setzt sie auf die Liste, oder akzeptiert, dass diese Person die WG mitfinanziert. Eine gemeinsame Haushaltskasse geht auch, zeigt aber nicht, wer was bezahlt hat.
Rechenbeispiel: ein Monat in der Dreier-WG
Anna, Ben und Clara wohnen zusammen. Anna hat das große Zimmer und überweist die Miete an den Vermieter, Ben zahlt Strom und Internet, Clara kauft Haushaltssachen.
| Ausgabe | Bezahlt von | Betrag | Anna | Ben | Clara |
|---|---|---|---|---|---|
| Miete | Anna | 1.200,00 € | 480,00 € | 360,00 € | 360,00 € |
| Strom und Internet | Ben | 135,00 € | 45,00 € | 45,00 € | 45,00 € |
| Haushaltseinkäufe | Clara | 75,00 € | 25,00 € | 25,00 € | 25,00 € |
| Summe | 1.410,00 € | 550,00 € | 430,00 € | 430,00 € |
Anna hat 1.200,00 € bezahlt, ihr Anteil ist 550,00 €, sie bekommt also 650,00 €. Ben hat 135,00 € bezahlt und schuldet 295,00 €. Clara hat 75,00 € bezahlt und schuldet 355,00 €. Probe: 295 + 355 = 650.
So endet der Monat
Zwei Überweisungen, und der Monat ist erledigt. Tragt auch die Zahlungen ein, damit niemand zweimal um dasselbe Geld gebeten wird.
Nebenkosten, die mit der Jahreszeit schwanken
Teilt jede Rechnung, wenn sie kommt, statt mit einem Monatsdurchschnitt zu arbeiten. Der Durchschnitt wirkt ordentlicher, lässt aber jemanden, der im Frühling auszieht, für Monate zahlen, die er nicht dort gewohnt hat. Eine echte Rechnung, geteilt am Tag ihres Eingangs, lässt sich immer begründen.
Treibt jemand den Verbrauch wirklich hoch, etwa mit einem Heizlüfter im Winter, sprecht einmal darüber und vereinbart einen festen Aufschlag. Macht daraus keine monatliche Beschwerde.
Die Kaution ist keine Miete
Die Kaution wird einmal bezahlt, liegt lange still und kommt verändert zurück. Oft streckt eine Person den ganzen Betrag vor. Tragt sie beim Einzug mit dem Namen dieser Person ein, sonst steht sie nur in deren Erinnerung.
Zahlt der Vermieter sie zurück, landet das Geld meist auf einem einzigen Konto. Diese Person überweist den anderen ihren Anteil, und das wird als Zahlung eingetragen. Gibt es Abzüge, seid genau: Schäden in einem Zimmer trägt dessen Bewohner, die Endreinigung tragen alle.
Wenn jemand aus- und jemand einzieht
Rechnet mit der ausziehenden Person ab, bevor die erste Ausgabe der neuen Person eingetragen wird. Die Kaution wird meist direkt weitergereicht: Die neue Person zahlt ihren Anteil an die ausziehende, und auch das wird festgehalten.
Einmal im Monat abrechnen
Gleicht nicht jeden Einkauf einzeln aus. Zieht am Monatsende die Salden und nutzt so wenige Zahlungen wie möglich. Wählt einen Tag und bleibt dabei. In kisir legt eine Person die Gruppe an und teilt Link oder Code, die anderen treten nur mit einem Namen bei, und die Miete lässt sich mit genau den vereinbarten Beträgen aufteilen. Am Ende lässt sich alles als CSV oder Excel exportieren, was hilft, wenn nach dem Auszug noch eine Nebenkostenabrechnung kommt.
Dieselbe Methode funktioniert auch auf Reisen, wie der Ratgeber zum Teilen von Urlaubskosten zeigt.
Kurz beantwortet
Zahlt das größere Zimmer mehr Miete?
Meist ist das am fairsten. Teilt die Miete nach der Zimmerfläche oder danach, was jedes Zimmer allein kosten würde. Strom und Internet bleiben in der Regel gleich verteilt, weil die Zimmergröße den Verbrauch kaum ändert.
Wie teilt man die Heizkosten-Nachzahlung?
Teilt sie, wenn die Abrechnung kommt, unter denen, die im abgerechneten Zeitraum dort gewohnt haben. Wer erst vor Kurzem eingezogen ist, zahlt nur den Teil, der auf seine Monate entfällt.
Wie oft sollte eine WG abrechnen?
Einmal im Monat, an einem festen Tag, zum Beispiel am Tag nach der Mietzahlung. Eine Abrechnung mit Termin wird zur Routine. Eine, die erst stattfindet, wenn jemand genervt ist, wird zum Streit.
Was passiert, wenn jemand auszieht?
Rechnet mit dieser Person komplett ab, bevor die erste Ausgabe der neuen Person eingetragen wird. Sie zieht mit einem Saldo von null aus, alles danach gehört zur neuen WG.
Nicht nur für den Urlaub
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